"Grafeneck 1940 - Geschichte und Erinnerung"
Busfahrt nach Grafeneck mit Führung durch die Gedenkstätte


Vor 78 Jahren begannen im Januar 1940 die NS-"Euthanasie"-Verbrechen des NS-Staates.
Historisch und erinnerungspolitisch steht hierbei der Ort Grafeneck - 60 Kilometer südlich der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart gelegen - für eines der staatlichen Großverbrechen des Nationalsozialismus und für die industrielle Ermordung von Menschen im NS-Staat. Die ersten beiden Oktoberwochen 1939 bedeuten mit der Wahl Grafenecks als Vernichtungsstätte und seiner Beschlagnahmung die Zäsur zur industriellen Ermordung von Menschen im nationalsozialistischen Deutschland. Sie endete erst am 27. Januar 1945 mit der Befreiung von Auschwitz.
In der Zeit vom 18. Januar 1940 bis zum 13. Dezember 1940 wurden in Grafeneck 10.654 Menschen – Männer, Frauen und Kinder – aus 48 Behinderteneinrichtungen und psychiatrischen Kliniken im heutigen Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen ermordet –– ein bis heute kaum beachtetes Kapitel der Geschichte.

Nach der NS-Zeit gehörten die Opfer der NS-"Euthanasie"-Verbrechen viele Jahrzehnte zu den vergessenen Opfern. Seit 1990 gibt es in Grafeneck eine Gedenkstätte, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, an die Verbrechen vor Ort zu erinnern und den 10.654 Opfern ihre Identität zurückzugeben. Was als Ort des Gedenkens begann, besitzt seit 2005 ein Dokumentationszentrum mit eigener Dauerausstellung und verschiedenen Bildungsangeboten. Grafeneck ist heute eine von sechs Gedenkstätten zur Erinnerung an die NS-"Euthanasie"-Verbrechen in Deutschland und Österreich.
In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Ökumene.
1 Tag, 20.01.2018
Samstag, 13:30 - 17:30 Uhr
1 Termin(e)
Mitarbeiter der Gedenkstätte Grafeneck
Marlene Müller
R 1105
Bushaltestelle Kirchstraße, Riedlingen
7,50
für Busfahrt und Führung, Anmeldung bei der VHS, Tel. 07371/7691